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Linke Schmiereien am Museumscafe Börry in Emmerthal

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Eine Woche nach Schmierereien am Museumscafé Börry: Warum findet die Sachbeschädigung keinen Weg in die Öffentlichkeit?

Emmerthal/Börry. Eine Woche ist vergangen, seit das Museumscafé in Börry unmittelbar vor einem Infostand der AfD am Samstag, 15. August 2026, mit gegen die AfD gerichteten Schriftzügen beschmiert wurde. Betroffen waren die Seiten des Eingangsbereichs sowie die historische hölzerne Eingangstür. Unter anderem wurde großflächig „Fuck AfD“ aufgebracht.
Besonders schwer wiegt, dass sich die Schmierereien nicht an einem beliebigen Gebäude befanden. Das Museumscafé gehört zum historischen Gebäudeensemble des Museums für Landmaschinentechnik in Börry. Eigentümerin der Immobilie ist die Gemeinde Emmerthal; das Museumscafé ist von der Gemeinde verpachtet.
Der Vorfall wurde noch am selben Samstag festgestellt. Die Polizei wurde verständigt, erschien vor Ort und nahm den Sachverhalt auf. Auch Ortsbürgermeister Rolf Keller war anwesend. Mitglieder der AfD dokumentierten die Beschädigungen umfassend mit Fotos und Videos.
Anschließend beseitigten AfD-Mitglieder die sichtbaren Schäden: Der Emmerthaler AfD-Bürgermeisterkandidat Timo Schriegel reinigte die beschmierte historische Holztür. Die verunstalteten Wandflächen wurden von einem Mitglied des AfD-Kreisverbandes, das von Beruf Malermeister ist, fachgerecht behandelt und neu gestrichen. Der Infostand fand danach wie geplant statt.
Eine Woche später stellt sich jedoch eine weitere Frage: Warum hat dieser Vorfall bislang – soweit ersichtlich – keinen Eingang in die örtliche Tagesberichterstattung gefunden? Gerade weil die Polizei vor Ort war und den Sachverhalt aufgenommen hat, ist von öffentlichem Interesse, ob und in welcher Form die Tat gegenüber den Medien kommuniziert wurde und ob Redaktionen die Möglichkeit hatten, hiervon über die Polizeiberichterstattung Kenntnis zu erlangen.
Dazu erklärt die Kreisvorsitzende Delia Klages:
„Uns geht es ausdrücklich nicht darum, Redaktionen vorzuschreiben, worüber sie zu berichten haben. Aber wir wundern uns darüber, dass eine politisch motiviert erscheinende Sachbeschädigung an einem gemeindeeigenen historischen Gebäude nach einer Woche offenbar keinerlei Niederschlag in der örtlichen Tagespresse gefunden hat. Die Polizei war vor Ort und hat den Sachverhalt aufgenommen. Deshalb darf man fragen: Wurde der Vorfall über die üblichen Informationswege der Polizei überhaupt öffentlich bekannt gemacht? Hatten Journalisten die Möglichkeit, davon zu erfahren?“
Klages weiter:
„Hinzu kommt: Der Vorfall wurde nicht verborgen gehalten. AfD-Mitglieder haben die Beschädigungen noch am Tattag fotografiert und gefilmt. Timo Schriegel hat den Sachverhalt zeitnah auf seiner Facebook-Seite öffentlich gemacht. Damit war die Tat auch unabhängig von einer möglichen Polizeimeldung öffentlich zugänglich. Natürlich entscheidet jede Redaktion selbst, welche Themen sie aufgreift. Aber wenn politisch erkennbare Sachbeschädigungen unterschiedlich stark wahrgenommen werden, muss die Frage nach den journalistischen Maßstäben erlaubt sein.“
Der Schriftzug „Fuck AfD“ lässt einen politischen Bezug der Tat jedenfalls naheliegend erscheinen. Die AfD erwartet weiterhin, dass die Ermittlungen konsequent geführt und die Verantwortlichen nach Möglichkeit ermittelt werden.
Klages abschließend:
„Politische Ablehnung ist in einer Demokratie selbstverständlich erlaubt. Sachbeschädigung ist es nicht. Und für die öffentliche Bewertung einer Straftat sollte nicht entscheidend sein, gegen welche demokratisch gewählte Partei sie sich richtet. Eine Woche Schweigen macht deshalb nicht nur die Tat selbst, sondern auch den Umgang mit ihr zu einem Thema.“